Übungsdienst unter schwerem Atemschutz – realitätsnahe Einsatzvorbereitung





Am Montagabend, den 29. Juni 2026, fand bei sommerlich hohen Temperaturen eine intensive Übung an der Feuerwehrschule statt. Zum Glück sorgten die etwas niedrigeren Temperaturen am Abend für bessere Bedingungen.
Im Mittelpunkt stand das Arbeiten unter schwerem Atemschutz, insbesondere die Rettung verunfallter Atemschutzgeräteträger aus einem verrauchten Gebäude. Insgesamt 10 Atemschutzgeräteträger im Alter von 19 bis 56 Jahren nahmen an der Übung teil, unterstützt von 3 erfahrenen Ausbildern aus der eigenen Wehr.
Auch weitere interessierte, jüngere Mitglieder waren vor Ort. Sie nutzten die Gelegenheit, sich ein Bild von den anspruchsvollen Aufgaben zu machen und unterstützten tatkräftig beim Vorbereiten sowie beim Verstauen der Gerätschaften auf den Fahrzeugen.
Realistische Einsatzszenarien im Übungsobjekt
Um möglichst realitätsnah zu trainieren, wurden 2er- und 3er-Trupps gebildet. Aufgabe war es, einen verunfallten Atemschutzgeräteträger unter schwierigen Bedingungen aus einem verrauchten Übungsobjekt zu retten.
Dabei mussten die Trupps:
- Flure, Türen und Treppen ohne Sicht bewältigen
- die Rettung unter vollständiger Schutzausrüstung mit dicker Feuerwehrbekleidung durchführen
- zusätzlich Ersatz-Atemschutzgerätschaften mitführen
Verschiedene Einsatzlagen wurden gezielt eingebaut, darunter:
- Verletzungen am Bein
- beschädigte Atemschutzmasken
- geringer Restvorrat an Atemluft
Jeder Teilnehmer durchlief alle Rollen – sowohl als Truppführer als auch als Truppmann.
Fokus auf Kommunikation und Selbstständigkeit
Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Kommunikation im Trupp, die während der gesamten Übung immer wieder trainiert wurde – ein entscheidender Faktor für den Einsatzerfolg.
Bewusst wurde auf den Einsatz einer Wärmebildkamera verzichtet, obwohl diese im Alltag zur Standardausrüstung gehört. Ziel war es, sicherzustellen, dass alle Abläufe auch ohne technische Hilfsmittel zuverlässig funktionieren.
Die einzelnen Szenarien wurden im Anschluss gemeinsam mit den Ausbildern ausführlich nachbesprochen, um das Erlernte zu festigen und Verbesserungsmöglichkeiten aufzuzeigen.
Gute Vorbereitung und sichere Durchführung
Die praktischen Übungen bauten auf zuvor durchgeführten theoretischen Ausbildungseinheiten auf. Für die notwendige Sicherheit trotz der körperlichen Belastung wurde durch eine ausreichende Versorgung mit Getränken wie Wasser und Apfelsaft gesorgt.
Das Fazit aller Beteiligten fiel durchweg positiv aus:
Die Übung war hervorragend vorbereitet, realitätsnah durchgeführt und äußerst lehrreich. In allen Szenarien hätte die Rettung im Ernstfall erfolgreich durchgeführt werden können.
Warum diese Ausbildung so wichtig ist
Das Löschen unter schwerem Atemschutz gehört zum Standard im Einsatzdienst. Die Rettung verunfallter Feuerwehrkräfte – egal ob aus der eigenen Wehr, von Nachbarwehren oder der Berufsfeuerwehr – hat jedoch einen besonders hohen Stellenwert.
Gerade weil unsere Wehr regelmäßig als Sicherungseinheit zur Unterstützung der Berufsfeuerwehr, insbesondere auch in Nachbarstadtteilen während der Tagesstunden, eingesetzt wird, ist diese Ausbildung unverzichtbar.
Nur durch regelmäßiges Training kann gewährleistet werden, dass im Ernstfall schnell, sicher und effektiv gehandelt wird.